Lieblingsdips aus Mexiko – Mit Rezept

„Heute gehen wir zum Mexikaner, morgen zum Inder und übermorgen zum Türken…“

…wie viele Restaurantbesucher erwarten trotz ihrer bewussten Wahl für ein Restaurant, dass Speisen aus fernen Ländern anbietet, dass das was ihnen serviert wird, irgendwie an ihren Gaumen angepasst ist?

Nicht zu scharf, nicht zu viele exotische Gewürze und immer ein Schnitzel mit Pommes auf der Karte, dass man im Notfall nehmen kann, wenn einem die ganzen komischen Namen nichts sagen.

Natürlich übertreibe ich ein wenig aber mal ehrlich, schon oft habe ich in meinem Indischen Lieblingsrestaurant, dem Badsha in Braunschweig gesessen und Gemurmel gehört, von Gästen, die gern etwas mit Rind essen würden, was auch nicht so viel Curry dran hat…

Ich für meinen Teil bin großer Fan der verschiedenen Küchen und Geschmacksrichtungen, gerade weil es eine Vielfalt an Gewürzen und deren Kombinationen gibt und man ein Land so nicht nur bereisen sondern auch schmecken kann – selbst, wenn man nicht direkt vor Ort ist. Für mich war es also auch oder auch gerade im Hinblick auf die Esskultur eine tolle Erfahrung, im Januar 2018 gemeinsam mit Daniel 14 Tage in Mexiko gewesen zu sein.

Mexikanisches Essen, da fällt einem gleich Chili con Carne ein und Tacos oder Burritos, meist geht es also eher in Richtung Texmex also Gerichte, die im Norden des Landes und darüber hinaus weiter in Richtung Norden des Amerikanischen Kontinents entstanden und verbreitet sind. Typisch dafür sind zum Beispiel auch die Verwendung von Saurer Sahne und Creme Fraiche, Kombinationen mit Pommes, Käse, Käse und noch mehr Käse sowie Käsedips und Ketchupartige Salsasaucen die man in Kombination mit Nachos im Kino oder auch im Restaurant als Vorspeise findet.

Kurz gesagt ist Mexikanisches Essen beim Mexikaner außerhalb von Mexiko sowie im Norden des Landes genau genommen TexMex (TEXas und MEXiko) und hat mit dem, was im Landesinneren serviert wird, nur teilweise etwas gemeinsam.

Ebenso ist die Verwendung von Koriander und Kreuzkümmel nicht typisch Mexikanisch sondern viel eher ein Einfluss von Einwanderern von den Kanaren.

Was ist denn nun typisch Mexikanisch?

Um dem auf die Spur zu kommen sollte man kurz in das Land und die Geschichte seiner Einwohner hineinsehen:

Das Land ist warm, selbst im Winter bis zu 28 Grad.

Es wachsen Zitrusfrüchte, Avocados und Mangos sowie Speisekakteen, außerdem Kartoffeln, Mais, Paprika und Chili. Hier ein Kaktusfeld am Rande von Cholula:

Bereits vor hunderten von Jahren wurde die Kultur der Maya und Azteken vor Ort durch die spanischen Einwanderer im wahrsten Sinne des Wortes begraben, majestätische Pyramiden zugeschüttet und neu bebaut. Viele Einwohner sind arm, was nicht zu letzt an dem Drogenkrieg liegt. Selbstversorgung, Vieh-, gerade Hühnerhaltung auch im kleinen Stil ist kein Trend sondern an der Tagesordnung. Gerade Hühnchenfleisch findet sich neben Meeresfrüchten und Rind am häufigsten auf den Tellern.

Wir sprechen also von der Küche der Ureinwohner, die sich vor Allem unter Spanischem Einfluss sowie dem von Kanarischen Einwohnern zu dem entwickelt hat, was sie heute ist. Obst- und Gemüsesorten vor Ort und auch das Klima sind wie in jeder Küche ein entscheidender Einflussfaktor: die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht, dass sich in warmen Ländern Zitrusfrüchte und scharfe Chilis wohl fühlen, tragen sie doch beide dazu bei, Keime in Schach zu halten, die sich in immer warmen Gebieten ebenfalls sehr wohl fühlen. Mais und Kartoffeln, ebenso Kürbisse sind dank ihrer Lagerfähigkeit auch in Trockenzeiten ein sicherer Nahrungslieferant.

Da wären wir also bei typischen Beispielen:

Da traditionell das erste größere Essen eher später am Vormittag eingenommen wird findet man hier durchaus deftige Speisen wie z.B.:

  • Kartoffeln
  • Gemüsepfannen
  • Eingelegte scharfe Paprika
  • Bohnenmus
  • Rindfleischstreifen in scharfer Tomatensauce
  • Etc.

Snacks für zwischendurch, in der Mittagszeit etc. sind:

  • Gedünstete Kaktusstreifen
  • Kleine, oftmals grün eingefärbte Tortillafladen mit gekochtem Huhn

Die größte Mahlzeit wird Abends gegessen:

  • Maistortillas
  • Rind
  • Hähnchen
  • Tintenfische
  • Gemüse
  • Div. Saucen wie Guacamole, Salsa und Bohnenmus

Getrunken werden u.A.:

  • Frische Fruchtsäfte
  • Limonaden, z.B. mit Limette

Nach diesem kleinen Einblick möchte ich noch zwei von mir mitgebrachte Rezepte mit euch Teilen:

1. Guacamole

Zutaten für zwei Personen:

1 Avocado, schön reif (wenn die Avocado am Stilansatz weich ist), 1/2 Zwiebel, 1 mittlere Tomate, Salz, Chili, frisch oder getrocknet, 1/2 Limette

Avocado der Länge nach durchschneiden und mit einem Löffel das Innere aus der Schale heben, und in eine Schüssel geben, den Kern nicht wegwerfen sondern an die Seite legen.

Avocado mit der Gabel zerdrücken, Zwiebel und Tomate fein würfeln und alles verrühren. NIEMALS in einen Blender geben, die Konsistenz muss es hergeben, dass die einzelnen Bestandteile noch zu erkennen sind. Auch, wenn das vielen nicht bewusst ist, hat Konsistenz einen großen Anteil am Geschmackserlebnis.

Limette auspressen und Chili fein hacken, ebenfalls untermischen und mit Salz abschmecken – fertig.

Nicht ganz so ursprünglich aber trotzdem lecker ist es, wenn man nicht eine Zehe Knoblauch auspresst und zufügt und ein wenig gehacktes Korianderkraut unterhebt…ich persönlich bevorzuge es ohne, denn so hatten wir es in Mexiko von einer Aztekischstämmigen Frau gelernt und es war einfach nur mega lecker.

Von ihr bekamen wir auch den Tip, den Kern der Avocado aufzuheben und leicht eingedrückt in die fertige Guacamole zu geben, dadurch soll sie länger frisch und vor Allem grün bleiben…toll aussehen tut es außerdem auch noch.

2. Salsa Mexicana

Zutaten für zwei Personen:

1 rote Paprika, 1 kleine Chili, 2 große reife Fleischtomaten, 1 Zwiebel, Limetten – oder Zitronensaft , Salz, Korianderkraut oder Petersilie

Alle Zutaten von Chili bis Zwiebel fein Hacken oder im Mixer auf geringster Stufe zerkleinern und am Ende mit Salz und Limettensaft abschmecken und das Korianderkraut unterheben.

Schräg gedruckte Zutaten sind Optional- oder Ersatzzutaten. Ich persönlich füge der Salsa Mexicana, die eigentlich nur aus Tomaten besteht, gern eine rote Paprika hinzu.

Sind die Tomaten wie so oft aus dem Supermarkt eher wässrig und wenig geschmacksintensiv, empfehle ich, die wässrigen Kernkammern (bei nicht-Fleischtomaten) zu entfernen und einen Esslöffel Tomatenmark zuzufügen.

Guten Appetit und danke fürs Lesen!

Maggie❤️

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