EBV – Zeit für einen Infekt

Wer kennt es nicht, das Gefühl krank zu werden und zwar akut, von Stunde zu Stunde kränklicher zu werden mit sich aufbauenden Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sowie Kopf- und Gliederschmerzen?

Was soll man nicht alles tun: sich warm anziehen, immer die Hände waschen, viel (Tee) Trinken, Obst- und Gemüse, vor Allem Zitrusfrüchte, Zwiebeln und Knoblauch essen, keine Kalten Füße bekommen und schon hat man super vorgebeugt. Wirklich? Naja, zumindest nicht immer.

Man ist nie zu alt.

2018 hat mich mit 29 Jahren relativ spät der Ebstein-Barr-Virus und in dem Zuge auch das Pfeiffersche Drüsenfieber gepackt. Seit dem lese ich viel, habe mit vielen Ärzten gesprochen und auch viel über mein Verhalten nachgedacht, doch wie bei so vielen Infektionen gilt es doch vor Allem auch, Geduld zu haben. Auch in Sachen Diagnose…

Wochenlang habe ich mich gefühlt wie ein müdes, schlappes Häufchen Elend, kein Arzt wusste Rat, kein Medikament half. Ich dachte schon an Burnout, Rheuma, Tumor, was auch immer – das Übliche eben, wenn man einfach nicht weiß, was los ist.

Irgendwann hatte ich starke Schmerzen im sogenannten Oberbauch, einen BH zu tragen war unvorstellbar, Mehrere Ultaschalluntersuchungen und Magenspiegelungen bei verschiedenen Ärzten von Gifhorn bis Hildesheim brachten ein Magengeschwür, eine vergrößerte Leber und eine geschwollene Milz zum Vorschein aber noch lange keine Aufklärung.

Mein Mann und ich hatten unsere Hochzeitsfeier geplant, bei uns zu Hause, ich wollte für alle Gäste kochen und wir erwarteten viele Übernachtungsgäste aber ich konnte eigentlich den ganzen Tag nur eins: schlafen, ich war so unglaublich müde und schlapp, Ausflüge an die See mit denen Daniel mich aufmuntern wollte brachten zumindest für meinen Kopf ein wenig Besserung durch Ablenkung, doch kaum wieder zu Hause und mit dem eigenen Zustand konfrontiert gingen die Gedanken wieder los: Was ist mit mir? Wird das wieder besser? Habe ich mir in Mexiko was eingefangen? Und und und.

Von unserer Hochzeitsfeier, die wir mit Hilfe von Freunden, Schmerztabletten und einer Portion Adrenalin doch noch umsetzen konnten, habe ich wenig mitbekommen, hab mich zwischendurch immer wieder hingelegt oder die Toilette aufgesucht, weil das Magengeschwür sich mit Übelkeit gemeldet hat. Die positivsten Aspekte waren, alles geschafft zu haben, dass den Gästen das Essen schmeckt, Getränke da sind und, dass es nicht regnet. Verrückt eigentlich, denn alles war so perfekt geplant, dass die Feier einfach lief und man nur hätte fit sein müssen, um sie in vollen Zügen genießen zu können. Etwas Regen, dafür aber fit genug, um richtig an der eigenen Feier teilnehmen zu können wäre mir also deutlich lieber gewesen. Aber wie heißt es so schön? Es kann immer schlimmer kommen…

Von Horrorszenarien und Blutsaugern.

Nach unserer Feier im August habe ich nach einer weiteren Untersuchung zu Hören bekommen, dass die Milz, wenn Sie weiter so anwächst, entfernt werden muss. Warum? Weil die Milz ähnlich wie bei Unfällen auch durch Vergrößerung reißen kann und wenn es erst soweit ist, hat man ein ernsthaftes Problem und es muss sehr schnell gehen. Aufgrund der Milzvergrößerung wurde ich dann auch auf Leukämie getestet – Ernsthaft? Das war eine Option die noch viel schlimmer klang, als alles, was ich mir selbst schon an Horrorszenarien ausgemalt hatte…

Erstmals kam einem der Ärzte dann der Gedanke an Pfeiffersches Drüsenfieber…Bluttests, insgesamt fünf an der Zahl waren jedoch erfolglos.

Dann endlich eine Wendung: Eine weitere Magenspiegelung zeigte, dass zumindest das Geschwür erfolgreich geheilt werden konnte.

Wirklich Bewegung kam jedoch erst ins Spiel, als auch mein Mann mit ähnlichen Symptomen zu Hause bleiben musste. Eine Allgemeinmedizinerin in der Nähe teste ihn dann positiv auf EBV und auch ich habe mich dann in ihrer Praxis einer weiteren Blutabnahme unterzogen. Mit dem gleichen Ergebnis. Noch nie hat es sich so gut angefühlt, krank zu sein. Ich war so glücklich über die Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber als Folge von einer Infektion mit dem EBV.

Resümee.

Rückblickend zusammengefasst waren es Wochen, die mir vorkamen wie Monate, beinahe wäre ich sogar ein Fall fürs Krankengeld geworden. Im September konnte ich wieder anfangen, zu arbeiten aber vergessen ist der EBV noch lange nicht.

Weniger Ausdauer, eine insgesamt erhöhte Infektanfälligkeit, die mir bereits eine Lungenentzündung vor Weihnachten und eine Bronchitis im Januar beschert hat sowie die Symptome von Fibromyalgie (Weichteilrheuma) sind meine Begleiter.

Letzteres äußert sich an manchen Tagen mehr an manchen weniger. Mein Körper tut weh, kleinste Berührungen fühlen sich manchmal an, als würde man in einen blauen Fleck drücken. Immerhin aber sind Milz und Leber wieder normal groß und die Prognose lautet, dass sich bis August alles wieder normalisiert haben sollte – ich bin gespannt.

Von Erfahrungen anderer profitieren.

Wirklich nur abwarten und Tee trinken? Nein.

Osteopathie, Yoga und Homöopathie sowie eine ausgewogene Ernährung und genügend Schlaf können helfen.

Auch Ablenkung – bitte nicht gleichzusetzen mit Verdrängung – ist gar nicht so verkehrt, denn man sollte nie vergessen, dass auch nicht zuletzt der Kopf, der Geist zur Gesundheit beiträgt und jeden Zustand verbessern oder auch verschlechtern kann. Ich für meinen Teil habe in der Zeit angefangen, diesen Blog zu schreiben.

Immunität – Mythos oder Realität?

Nach einer Infektion kann man symptomfrei bleiben, selbst Pfeiffersches Drüsenfieber kann vor Allem bei Kleinkindern völlig unbemerkt verlaufen und man ist nach dem Ausbruch im Normalfall immun…Ausnahmen bestätigen die Regel und es ist möglich, sich zu reinfizieren, einmal und nie wieder ist bei dieser Krankheit nicht allgemeingültig. So hatte z.B. mein Mann das Drüsenfieber einmal als Schulkind und jetzt als Erwachsener noch einmal.

Allen Lesern und Leserinnen, die ähnliche Symptome aber vielleicht noch keine Diagnose haben, rate ich zu einem Bluttest bei dem sichergestellt wird, dass das Blut noch am Tag der Abnahme untersucht wird, findet die Untersuchung erst am Folgetag statt, wird der Test ungenau und man findet im schlimmsten Falle gar nichts.

Man ist nicht allein!

Stellt sicher, dass ihr vernünftig untersucht werdet, seit euch im Klaren, dass mehr als 90% aller Erwachsenen über 35, den Ebstein-Barr-Virus in sich tragen und habt Geduld mit euch.

Ob mit oder ohne Diagnose: Versucht den akuten Symptomen aber auch möglichen Begleit- und Folgeerscheinungen mit Optimismus und ruhig auch mal mit Alternativen Heilmethoden entgegen zu treten, denn das ist wohl der beste Weg, das Risiko von schlimmeren Krankheiten, an denen der EBV laut neuesten Studien beteiligt sein könnte, gering zu halten.

Bleibt gesund!

Maggie❤️

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Linsenfutter sagt:

    Kopf hoch. Das wird schon ….

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    1. BarnisBests sagt:

      Danke😊 Bestimmt wird das und ich hoffe, das können alle auch so sehen, denen es ähnlich geht!

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