Unser wilder Kräutergarten erwacht

Nichts ist schöner als nach dem Winter (ok, welcher Winter?) zu sehen, wie der Bauernhof langsam erwacht.

Die Hühner bringen ihre Freude über die längeren Tage mit einer Flut an Eiern zum Ausdruck, die Schildkröten werden in Ihrem Winterschlaf unruhiger und die Wachteln „zwitschern“ vergnügt.

Nicht nur die Tiere auch die Pflanzen kommen im wahrsten Sinne des Wortes aus sich heraus und die ersten Frühjahrsboten versprechen bereits eine gute Ernte in Form von Bärlauch und Waldmeister.

In unserem Garten wächst auf ca. 6 Quadratmetern eine riesige, zugegebenermaßen schlecht tragende, Haselnuss. Trotz der ausbleibenden Nüsse ist der Busch kaum wegzudenken, bietet er doch unzähligen Vögeln, Käfern, einem Eichhörnchen und dicken Igeln ein Heim.

Unser Waldbeet kurz nach der Bepflanzung Anfang 2018…

Um Diesen besonderen Platz im Garten auch für uns etwas aufzuwerten habe ich mit Bärlauch, Waldmeister, Märzenbechern und Schlüsselblumen versucht ein kleines Stück Wald zu uns auf den Hof zu holen. Als Vorbild diente mir ein 15 Minuten entfernter Wald bei Salzgitter, in dem ich mir bei Spaziergängen Inspiration für die Pflanzenauswahl und Gestaltung holte: Haselnussbäumchen, Buchen, feuchter, mit Laub bedeckter Boden, Steine, ein Teppich aus Bärlauch, durchbrochen von den hübschen Blüten der Märzenbecher und an den Wegesrändern Waldmeister und Schlüsselblumen.

Phuu das klingt richtig romantisch und das ist es irgendwie auch…mit Buchen konnten wir auf den paar Quadratmetern rund um unsere Haselnuss nicht dienen aber alles andere war kein Problem. Die Pflanzen fühlen sich im Schatten der Haselnuss auf der Nordseite unseres Hühnerhauses unglaublich wohl und kommen auch in diesem Jahr gern wieder:

Blühende Märzenbecher und rundherum bricht der Bärlauch durchs Laub…

Nicht mehr lange und im Garten verbreitet sich der knoblauchähnliche Duft vom Bärlauch und dann ist es soweit, dass man sich ein paar Blätter für eine Bärlauchbutter oder z.B. ein Haselnuss-Bärlauchpesto pflücken kann.

Warum nur ein paar Blätter? Man könnte die Blätter doch auch im Strauß packen und abschneiden?! Lieber nicht. Lässt man der Pflanze mindestens 50% der Blätter und erntet erst wieder, wenn neue nachgewachsen sind, so kann man sicher sein, dass die Pflanze auch im nächsten Jahr wieder wächst. Übrigens kann man auch die Bärlauchblüten essen, sie sind sehr aromatisch und eigenen sich auch als essbare Deko für Salate oder Kräuterbutter und Schnittchen.

Ist die Blüte des Bärlauchs jedoch verwelkt, geht es auch mit dem Frühling zu Ende und damit auch mit der Bärlauchzeit,…Blüten…da fällt mir ein, dass landläufig immer wieder die Rede davon ist, dass Waldmeister giftig wird, sobald er blüht und nicht mehr verwendet werden darf.

Harmlos sieht er aus, der Waldmeister und hat doch einen schlechten Ruf…

Waldmeister enthält Cumarin, das ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in hoher Konzentration zu Kopfschmerzen und langfristig zu Leberschäden führen kann.

Fängt der Waldmeister an zu blühen oder zu welken steigt der Cumaringehalt aber und das ist das fiese an der Sache, gleichzeitig wird der Waldmeister auch aromatischer…eine ziemliche Zwickmühle oder?

Es klingt auf jeden Fall erstmal komplizierter und schlimmer als es ist, denn wie so oft macht die Dosis das Gift und bei der Verwendung von kleinen Mengen Waldmeister kann man bedenkenlos die selbstgemachte Waldmeisterbowle trinken und auch blühenden Waldmeister noch verwenden.

Ist die Zeit reif, zeige ich gern in einem Post mit Rezepten, was man aus Bärlauch alles zaubern und wie man Waldmeister gefahrlos verwenden kann!

Einen schönen Sonntag und danke für’s Lesen!

Maggie❤️

 

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