Sei einfach du selbst

„to be yourself is all that you can do“ – Audioslave

„don’t compromise yourself, you’re all you’ve got“ – Janis Joplin

„Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.“ – Shakespeare

„Es ist besser für das was man ist gehasst zu werden, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.“ – André Gide

Die Liste ist ewig lang, viele Musiker und Dichter, ja wahrscheinlich alle Menschen setzen sich wohl mit Fragen rund um sich selbst auseinander ist es also wirklich so einfach, man selbst zu sein, wie der Titel verspricht?

Selbstbewusstsein

„Du hast nicht genügend Selbstbewusstsein!“ , „Du musst dein Selbstbewusstsein stärken!“, „Geh da einfach mal ganz Selbstbewusst dran.“.

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Selbstbewusstsein und kann man davon zu viel oder zu wenig haben, helfen solche guten Ratschläge und Hinweise einem wirklich weiter?

Fragen über Fragen mit denen sich die Hobbypsychologin in mir heute auseinander setzen möchte.

Der Begriff Selbstbewusstsein setzt sich ziemlich offensichtlich aus den Worten „Selbst“ und „Bewusstsein“ zusammen, im übertragenen Sinne kann es also nur bedeuten, dass man sich seiner selbst bewusst ist, ein Selbst-Bewusstsein hat, seine Stärken und Schwächen kennt, weiß, was einem gefällt, was man sich wünscht und wovor man Angst hat oder kurz gesagt, was man will oder eben nicht.

Ich finde die Verwendung des Begriffs offen gestanden sehr schwierig. Liegt es wirklich an mangelndem Selbstbewusstsein, wenn jemand mit sich selbst nicht ganz zufrieden ist oder vielleicht gerade an einem sehr ausgeprägten Selbstbewusstsein, dass sich nur eher auf Schwächen als auf Stärken konzentriert? Ich persönlich finde, dass die Begriffe Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstachtung viel zu oft in einen Topf geworfen werden, viel zu oft durchgerührt und aufgewärmt werden und so viel zu oft im falschen Zusammenhang auf der Zunge landen und auch mal in den falschen Hals gelangen.

Freund oder Feind

Es hat eine traurige Faszination an sich, wie tief die Abgründe sein können, in die man blicken darf, wenn Menschen von Eifersucht und Neid getrieben einfach völlig entfesselt alle Grenzen des guten Geschmacks überschreiten und am Ende in einer maßlosen Selbstüberschätzung (gern auch als gesundes Selbstbewusstsein betitelt) davon ausgehen, das man ihnen verzeiht, weil es ja eigentlich schon ungeheuerlich genug ist, dass man überhaupt ihretwegen enttäuscht, vielleicht sogar sauer sein könnte.

Woran es liegt, dass Menschen sich plötzlich so verhalten? In meinen Augen relativ einfach: Menschen verändern sich unter normalen Gegebenheiten nur selten so stark, dass man sie kaum wiedererkennen kann. Manchmal beginnen sie einfach nur sehr spät, ganz offen sie selbst zu sein und weil man sich immer auch an die eigene Nase fassen muss, sollte man so ehrlich sein und zugeben, dass man das manchmal erst sehr spät entdeckt oder auch entdecken will.

„Sei einfach du selbst.“ Kann manchmal also auch eine Aufforderung sein, deren Folgen wir nicht abschätzen können und deren Konsequenz uns nicht schmeckt.

Nobody’s Perfect

Niemand ist perfekt. Ich für meinen Teil habe nach der Schule, die ich nur auf Umwegen über einige Ehrenrunden und Schulwechsel abgeschlossen habe, ganze drei Studiengänge (Maschbau, E-Technik und WiIng-e-Technik) abgebrochen. Ich habe keine Ausbildung absolviert und kein Studium abgeschlossen.

Es gibt Tage an denen fühle ich mich zu dick und Tage an denen ich lieber keine auffällig roten Haare hätte sondern vielleicht blonde Locken.

Man kann nicht alles haben und man kann nicht alles sein. Man ist was man ist und das ist wunderbar, wenn man nicht gerade passionierter Massenmörder oder Ähnliches ist…sorry, aber das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen, das musste sein, für alle die, die bei so einer Aussage gern mit spitzfindigen Anmerkungen kommen…natürlich geht es hier um „Sein“ in einem gewissen Rahmen.

Meiner Meinung nach gibt es eine ganz wichtige, sowohl einfache als auch schmerzhafte Sache, die jeder tun kann und auch tun sollte: Selbstreflexion, sich selbst reflektieren, Betrachten, über sich Nachdenken, Überlegen was man tut oder getan hat.

Ebenso daher gesagt wie „Sei einfach du selbst.“ ist ja auch „Überleg dir, was du tust.“ oder „Denk erstmal drüber nach.“, komisch eigentlich, dass wir schwierigen Aussagen so oft ein „Es ist leichter gesagt als getan aber…“ voranschalten, den eben genannten aber nicht und das obwohl es in den Fällen wirklich mal passen würde aber vielleicht ist eines der wohl gehütetsten Geheimnisse überhaupt, das diese einfach dahingesagten Dinge die schwierigsten überhaupt sind. Wer weiß…

Selbstreflexion birgt die Gefahr, Dinge an sich selbst festzustellen, die man anderen voller Abscheu ganz achtlos und unüberlegt vor die Füße wirft. Ohne nachzudenken, ob man selbst wirklich anders ist und ohne innezuhalten, um zu überlegen, wie eine solche Kritik bei einem selbst ankommen würde.

Selbstreflexion ist in meinen Augen der Weg zu Selbstbewusstsein und falls dann doch mal etwas schief geht auf diesem Weg, dann landet man in einer Projektionssackgasse, in der es Gang und Gebe ist, die eigenen Unzulänglichkeiten auf andere zu projizieren und diese entsprechend anzuprangern…wie man dort rauskommt? Reflexion.

So, genug philosophiert.

Friss oder Stirb

Dieser Ausspruch wird oft in negativen Zusammenhängen gebraucht und ist zugegebenermaßen mit zwei Imperativen die zum einen eine recht vulgäre Form von „essen“ und dann noch Tod und Sterben beinhalten, durchaus nicht schön anzuhören – und doch kann ich dem etwas positives abgewinnen.

Wie auch immer man es verpacken mag, lautet an vielen Punkten im Leben die Devise: Friss oder stirb.

Auch im Punkto sein oder nicht sein ist es doch am Ende nicht anders. „Friss“ im Sinne von „nimm mich so, wie ich bin“ oder „Stirb“ im Sinne von „lass es bleiben“. Mehr als man selbst kann man nicht sein, es hat keinen Sinn ständig jeden Fehler bei sich selbst zu suchen und nur immer wieder Kompromisse einzugehen, ist man doch selbst alles, was man hat: Wenn man sich also selbst nicht zum Fressen gern hat, kann man auch gleich sterben. Provokant aber irgendwie ist doch was dran, oder? Es ist also durchaus erstrebenswert, sich selbst zu nehmen, wie man ist, sich seiner selbst bewusst zu sein und damit gut leben zu können.

Achja…da kommt mir direkt schon die Idee zu einem neuen Blogpost…

Aber zurück zum Thema: Welchen Zweck könnte es also erfüllen, sich so hinzubiegen, dass andere meinen, man sei Selbstbewusst und Cool, Freundlich und Hilfsbereit? Anerkennung? Wozu? Ist es nicht wirklich besser für das was man ist gehasst zu werden, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden…?

Ich für meinen Teil bin gerne uncool, verrückt und gedankenversunken. Ich singe gerne laut und tanze gerne schlecht, ich lebe und liebe. Ich lache und weine, bin unpünktlich, arbeite und schlafe. Ich bin ungeduldig, wissbegierig und stur, esse gern und noch lieber zu viel. Ich genieße es, Freunde zu treffen, beobachte Hühner und spreche mit Schildkröten. Ich helfe, wenn ich kann und rate, wenn ich gefragt werde. Bin neugierig aber nicht aufdringlich, selbstkritisch und anspruchsvoll. Ich bin vielseitig und vielseitig interessiert, höre gut zu aber lasse mir ungern etwas sagen. Ich habe Stärken und genau so viele Schwächen, ich weiß was ich kann und noch viel wichtiger: was ich nicht kann. Ich habe keine Angst vor dem was kommt und bereue nicht was war und würde doch manchmal gern die Zeit zurückdrehen, anhalten oder in die Zukunft blicken. Ich liebe Superheldenfilme und halte gern Abstand zu Menschen und Dingen, die mir nicht gut tun.

Mehr bin ich nicht und mehr kann ich auch nicht sein und es ist gut so, wie es ist.

Maggie❤️

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Karsten Grzyl sagt:

    Der Absatz „Freund oder Feind“ mit Abgründen, Neid und Eifersucht zeigt wie schwierig es sein kann mit Menschen auszukommen. Vor vielen muss man sich schützen, damit man keinen Schaden nimmt. Für deinen Aufsatz gibt es die Note: 1

    Gefällt 1 Person

    1. BarnisBests sagt:

      Danke für deine Zeilen! Ich freue mich sehr über Rückmeldungen…besonders natürlich über positive😊

      Gefällt 1 Person

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