Zu mir oder zu Dir,…?

Nein, es geht nicht ums Abschleppen,…es geht ums Zusammenziehen!

Ziehe ich bei dir ein oder du bei mir oder suchen wir uns etwas gemeinsames?

Wann ziehen wir zusammen?

Frage ich dich oder warte ich, bis du mich fragst?

Verliere ich meine Freiheit oder gewinne ich mehr Nähe?

Fragen, die sich meiner Meinung nach nur mit einer Flucht nach vorn beantworten lassen. Also: Zieht zusammen oder macht einen langen Urlaub zu zweit! Mindestens 2-3 Wochen!

Dann wirst du mich mal so richtig kennenlernen!

Klingt wie eine Drohung? Richtig und es ist ganz sicher keine leere Drohung!

Ein langer Urlaub ist für die meisten Paare schon eine Zerreißprobe, selbst beste Freundschaften sind Urlauben schon zum Opfer gefallen aber so ist es nunmal: wer viel Zeit gemeinsam-zweisam verbringt, lernt sich so richtig kennen. Mit zusammenziehen meine ich dabei natürlich keinen Dauerbesuch,  ich meine zusammenziehen, mit Sack und Pack wie man so schön sagt. Ohne Fluchtmöglichkeit in Form von einer zweiten Wohnung. Richtiges echtes gemeinsames Zusammenwohnen und -leben.

Herauszufinden, ob man wirklich sein Leben mit jemandem teilen kann, ob es einem gelingt, aus zwei Leben ein gemeinsames zu stricken, ist in einer Beziehung wohl die Wertvollste Erfahrung, die man machen kann

Grauer Alltag

Was bringt es, den „Zauber des Anfangs“ über Monate aufrecht zu erhalten, indem man sich nur zwei Mal pro Woche für einen Abend und eine Nacht sieht? Klar sind die Treffen schön, vor denen man aufgeregt ist aber macht es das sich nicht unnötig schwer und im schlimmstn Fall sogar schmerzhafter, wenn man den Zeitpunkt der Erkenntnis auf die lange Bank schiebt? Eine aufgeregte Verliebtheit bleibt doch sowieso nicht auf Ewig.

Irgendwann muss jeder kribbelige Anfang weichen und im Idealfall verwandelt er sich dann in einen wundervollen gemeinsamen Alltag. Aus einem Besuch in der frisch aufgeräumten Wohnung wird ein Leben im gemeinsamen Chaos. Statt häufigen Restaurantbesuchen kommt die Frage auf, wer kocht. Kinobesuche werden zu TV-Abenden in Jogginghose und dein Dreck wird mein Dreck.

Natürlich gibt es auch die Fälle in denen man improvisieren muss, weil man eine Fernbeziehung hat, einer beruflich pendelt oder man keine Wohnung findet, die groß genug ist für eine 6 Köpfige Patchwork-Familie ist aber selbst diese oder viel mehr gerade diese Fälle bringen die Aufgabe mit sich, einen (komplizierten) Alltag gemeinsam lebenswert zu gestalten.

Wo sonst sollte man sich besser kennenlernen als bei dem Versuch, jeden Tag aufs neue das täglich Leben gemeinsam zu bestreiten und mit allen Höhen und Tiefen völlig ungefiltert konfrontiert zu sein? Kann man das nach einer Anfangsphase von ein paar Monaten oder so ernsthaft überstürzen? Garantiert Wartezeit irgendetwas? Ich habe keine allgemeingültigen Antworten darauf, ich habe nur selbst die Erfahrung gemacht, dass es entweder funktioniert oder nicht.

Wie Bunt oder Grau der Alltag sein wird hängt von denjenigen ab, die Ihn bestreiten und zwar zu gleichen Teilen, das steckt schon in dem Wort „gemeinsam“ also „zusammen“, nicht „allein“.

Wenn es funktionieren soll, dann wird es funktionieren, wenn nicht, dann nicht.

Hinterher ist man immer schlauer.

Egal ob die gemeinsame Bleibe nun das Traumschloss auf Wolke 7 oder der Keller für zerbrochene Träume wird: hinterher ist man immer schlauer. Man kann niemals alles im Vorfeld beurteilen und diese Erkenntnis erschein.

Die einzigen, die sowas können sind die schlausten Menschen unter dieser Sonne. Jeder kennt sie, jeder hat sie um sich. Sie nennen sich „gute Freunde“, „Familienmitglieder“,  „Bekannte“, „Arbeitskollgen“ oder „Nachbarn“. Sie teilen einem vorzugsweise hinterher mit, dass sie „…ja schon vorher wussten, dass…“ oder „…,dass sie einem gleich hätten sagen können, warum….“ und .“..,dass sie es sich ja von anfang an gedacht haben,…“.

Ich habe sie alle so gern und sie können mich auch mal gerne haben, die Menschen, die uns begleiten und bewerten. Die zuschauen, wie wir die vermeintlich größten Verfehlungen unseres Lebens begehen und uns dabei noch gut zureden um hinterher mit einem „Naja,…eigentlich habe ich es mir ja schon gedacht…“ auf den Lippen um die Ecke zu kommen. Neunmalklug, dreist und irgendwie auch gemein. Es ist nicht so, dass ich mich selbst noch die dabei erwischt hätte aber ich versuche darauf zu achten, dass ich sowas nur dann sage, wenn ich vorher auch wirklich Bedenken geäußert habe. Frei nach dem Motto „Reden oder für immer schweigen“ – das sollte man eigentlich nicht nur bei Hochzeiten sondern sein ganzes Leben lang beherzigen,…

Aber ich will nicht abdriften, ich will eigentlich nur sagen, dass es vermessen ist, wenn man sich selbst oder anderen zutraut, alles für jeden im Vorfeld gewusst zu haben und auf alle Zeit zu wissen.

Versuch macht klug und nichts anderes. So war es schon immer und so wird es immer sein. Genauso, wie jeder selbst fallen muss, um wirklich zu lernen, dass es weh tut. Man sollte nicht den Fehler machen und sich komplett von der Meinung anderer leiten lassen sondern sich vielmehr darauf konzentrieren, die Kunst des Abwägens zwischen berechtigter Kritik und unberechtigter Schwarzmahlerei zu erlernen…

Überstürzen oder reinstürzen? Erdrückend nah oder schmerhaft fern?

Mein Mann und ich kennen uns seit 10 Jahren, sind seit 24 Monaten zusammen, seit 22 Monaten verlobt, wohnen seit 21 Monaten zusammen und hatten im März unseren ersten Hochzeitstag.

Wir haben überstürzt, was wir nur überstürzen konnten. Wir haben uns mitten reingestürzt und haben uns nichts gebrochen.

Wir fahren seit fast zwei Jahren jeden Morgen zusammen zur Arbeit, telefonieren jede Mittagspause, verbringen die letzten Stunden des Tages oft gemeinsam bei einer Folge unserer Lieblingsserien. Wir schlafen in einem Bett, essen zusammen, fahren zusammen in den Urlaub und werkeln gemeinsam an Haus und Garten herum.

Wie viel Nähe man will und wie viel Abstand man haben sollte ist individuell, es gibt dafür keine festgeschriebenen Regeln. Man muss einen eigenen gemeinsamen Rhythmus finden bei dem keiner der Beteiligten auf der Stecke bleibt.

Man sollte sich meiner Meinung nach jeden Tag fragen ob man glücklich ist und wenn es so ist, dass man sich diese Frage mit einem herzlichen Ja beantworten kann, dann ist es gut so. Egal, wie es für einen Außenstehenden wirken mag.

Maggie

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