Miniaturbauernhof

Mein Mann Daniel und ich leben seit zwei Jahren gemeinsam auf einem kleinen Resthof im Landkreis Hildesheim.

Mit viel Liebe zum Detail versuchen wir, diesen Hof in seinem ursprünglichen Sinne als Bauernhof zu erhalten und zu nutzen.

Der Resthof besteht aus einem Wohnhaus, einer Scheune und einem Stall (Fachwerk- und Massivbauweise) sowie einem rund 1000qm großen Grundstück. Die Gebäude sind durch Türen miteinander verbunden, sodass man bei Wind und Wetter trockenen Fußes vom Wohnzimmer bis in den alten Stall (bald Holzwerkstatt) gelangen kann.

Das Wohnhaus ist mittlerweile fast schon ein kleines Fachwerkmuseum, Daniel wechselt alte kaputte Balken originalgetreu mit Zapfen, Schlitz und Holznägeln aus und wir haben die Wände aus Lehmsteinen zum Teil freigelegt und nicht verputzt. Im Hausflur kann man also recht gut nachvollziehen, wie vor 170 Jahren ein Haus gebaut wurde. Auch die Heizung ist dem Fachwerk zu Liebe aber vor Allem auch der Gemütlichkeit wegen angelehnt an frühere Zeiten: Im Untergeschoss steht ein wasserführender Holzofen mit Sichtfenster, der die Heizkörper im ganzen Haus versorgt.

Nicht nur in Sachen Heizung versuchen wir das Leben auf dem Bauernhof vor 170 Jahren in die Moderne zu holen: Vor einem Jahr sind Hühner und Wachteln in unseren Garten eingezogen, die uns zuverlässig mit Eiern und auch mit Fleisch versorgen. Die Haltung der Tiere ist mit Hilfe von geeigneten Gehegen, einem selbst umgebauten Stall, einer elektrischen Hühnerklappe und entsprechenden Futterspendern so weit optimiert, dass wir auch gut einmal für 2-3 Tage wegfahren können, ohne dass der Fuchs gleich ein Festmahl vorfindet…ich denke da an den Hühnerstall meiner Oma, der jeden Abend von Hand geschlossen und jeden Morgen von Hand geöffnet werden musste unter dessen Wänden sich der Fuchs irgendwann einfach durchgegraben hatte…sortwas gibt es bei uns nicht.

Zu einem Bauernhof gehört natürlich auch ein Nutzgarten. Der Fläche des Gartens entsprechend ist dieser in unserem Fall nicht gigantisch groß aber wir haben Obstbäume, Beerensträucher und Kräuter neu gepflanzt bzw. bestehende Pflanzen revitalisiert. Im Sommer wachsen außerdem Kartoffeln, Bohnen, Gurken, Möhren, Zwiebeln, Zucchini, Kürbisse, Tomaten und Paprika sowie, angelehnt an eine modernere, weltoffnere Nutzung, auch Auberginen, Chili, Cranberries und Feigen. Wie zu Oma’s und Opa’s Zeiten werden Obst und Gemüse zum Teil frisch verzehrt, zum Teil aber auch eingelagert, getrocknet oder eingekocht. Getrocknete Chili, Paprika oder auch manche Kräuter sowie Marmelade, Apfelmus, Kirschen und einiges mehr haben wir schon ewig nicht mehr im Supermarkt gekauft.

In den Kategorien „Grüße aus der Küche“ und „Tiere & Pflanzen“ möchte ich unsere Erfahrung für Interessierte teilen…vielleicht kommt auch noch „Renovieren & Reparien“ dazu, wer weiß,…